Tropische Guppys im rheinländischen Gillbach

Der in Südamerika beheimatete Gemeine Guppy (Poecilia reticulata) wurde durch den Menschen in zahlreichen subtropischen und tropischen Ländern der Welt verbreitet. Selbst in den gemäßigten Klimazonen konnten sich Guppy-Populationen etablieren, sofern geeignete Umweltbedingungen gegeben sind. Eine solche, seit über 30 Jahren etablierte Guppy-Population findet sich im Rheinland nordwestlich von Köln. Ihr Lebensraum ist der Oberlauf des Gillbachs in Bergheim, ein Industrieabwasser, das durch das warme Kühlwasser eines Braunkohlekraftwerks gespeist wird.

Solche Arten, die in einem bestimmten Gebiet nicht heimisch sind und erst nach der Entdeckung Amerikas (1492) unter direkter oder indirekter Mithilfe des Menschen in dieses Gebiet gelangt sind und sich dort etabliert haben, werden als Neobiota (griech. neos „neu“, bios „Leben“) bezeichnet. Je nachdem, ob es sich um Tiere, Pflanzen oder Pilze handelt, spricht man von Neozoen, Neophyten oder Neomyceten. Diese Neubürger können Schäden anrichten, z.B. durch Verdrängung heimischer Arten oder Einschleppung von Krankheitserregern und Parasiten. Sie bieten aber auch die Möglichkeit zu faszinierenden verhaltensbiologischen und ökologischen Untersuchungen.

 

Lesen Sie hier die Ergebnisse der Untersuchungen von Michael Kempkes, Udo Rose und Frank Budesheim an den Gillbach-Guppys.